Aus dem (Alltags-) Leben ins Tor und zurück

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Dann wird es wieder laut, und mit der Ruhe ist es vorbei. Die Kabine füllt sich. An den kurzen Taktikbesprechungen klinkt er sich mehr oder weniger aus - die Taktik findet vor dem Strafraum statt, und es ist ihm ohnehin nicht möglich, Einfluss auf das Spiel in der Mitte des Feldes zu nehmen, er muss warten, bis es zu ihm kommt - das Spiel, und dann dafür gewappnet sein. Es werden ihm andere Fähigkeiten abverlangt als Strategie und Ausdauer. Er muss die Konzentration halten, 2x45 Minuten lang, um im entscheidenden Moment angemessen reagieren zu können.


Die Handschuhe, das persönliche Heiligtum, werden geschnappt, ein Kaugummi aufgetrieben, der nicht zuletzt die Spucke griffiger machen kann - penible Kleinigkeiten, aber es kann einen Unterschied machen im entscheidenden Moment, und dafür ist es gut.
Und raus geht es. Passkontrolle und dann aufs Feld. An zweiter Stelle läuft der Torwart ein, direkt hinter dem Kapitän (falls er es nicht selber ist).

Vor dem Anpfiff und der Positionsbeziehung führt der Weg zum gegnerischen Torwart wie jedes Mal. Man schüttelt sich die Hände. Man wünscht sich viel Glück. Ironisch vielleicht im Hinblick darauf, dass das Glück eines Fußballteams nicht teilbar ist mit dem Gegner - nur einer kann gewinnen, oder keiner. Aber nahe liegender, da keiner dem Torwart so gut nachempfinden kann in dieser Situation, wie eben ein anderer Torwart. Und insgeheim wäre ein Null zu Null für diese beiden wohl ein idealer Ausgang - auch wenn sie damit alleine sein mögen. Im Tor angelangt kurz an die Querlatte gesprungen, auch fürs Glück. Ganz schnell. Anpfiff - das Spiel beginnt.


Der Weg ins Tor
Wie wird einer eigentlich Torhüter? Der alte Mythos der Untalentierten und weniger Beweglichen, die vom Trainer zwecks mangelnder anderweitiger Verwendung kurzerhand ins Tor gestellt werden, ist kaum mehr haltbar. Dafür ist die Position einfach zu wichtig. Zufall im Sinne eines 'zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein', trifft da schon eher zu. Eine Kunst, die bei der Ausübung ihres Könnens stets gefragt bleiben wird.


Doch ihre Ausgangsposition finden sie dabei meistens im Feld. Rot gesperrt oder verletzt war oft der eigentliche Torhüter mitsamt Ersatzkeeper, und der kurzfristige Ersatz ließ in der Feuerprobe ein gewisses Talent versprechen - so beginnen die meisten Torhüterkarrieren - irgendwann in der Jugend.

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