Aus dem (Alltags-) Leben ins Tor und zurück

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An einem Samstag Nachmittag in der Oberliga Baden-Württemberg: Eine Stunde vor Spielbeginn. Im Stadion setzt Betriebsamkeit ein, die ersten Zuschauer trudeln ein, und die Fans sind bereits eifrig am Werk, was Vorbereitungen für Unterstützungsmaßnahmen aller Art sowie Banner- und Fahnenaufbau angeht.

Die ersten, die nun so langsam den frisch gestreuten Platz betreten, sind die Torhüter der antretenden Mannschaften, die mit ihrem Warmmach-Programm beginnen. Ein wenig Ruhe vor dem Sturm genießen sie, die am weitesten voneinander entfernten Gegner des Tages, und teilen darin doch so etwas wie ihre eigene Gemeinschaft. Zu ihrer Unterstützung eilen kurz darauf die Ersatzspieler, um sie 'warm zu schießen'.

Der Torhüter ist erholt und betont ruhig. Er kennt die Abläufe im Schlaf, und so gibt es keinen Grund für die morgens einsetzende Nervosität für etwas, was er mit der Sicherheit einer wöchentlichen, wenn nicht täglichen, Routine erledigt. Er hat sich vorbereitet: Ist am Abend zuvor nicht um die Häuser gezogen, hat den Freunden, im besseren Wissen, was am darauf folgenden Tag ansteht,  abgesagt, und sich rechtzeitig schlafen gelegt, Quereleien mit nahe stehenden Menschen aus dem Weg geräumt. Er ist rechtzeitig aufgestanden, um erst gar keine Hektik aufkommen zu lassen, hat ein leichtes Frühstück eingenommen. Nicht zu viel, nicht zu wenig - gesund und ausgewogen. He is prepared.

Und folgt nun dem Gang der Dinge, wie sie Spieltag für Spieltag auf ihre Weise ablaufen. Es folgt der Rest der Mannschaft - geschlossen antretend zum Warmmachen. Der Torhüter zieht alsbald von dannen, 'trollt' sich vom Feld, um in der Kabine noch ein wenig die Ruhe vor dem Sturm zu genießen, sich zu sammeln, Kraft zu tanken. Dazu gehört, die gesamte Montur nochmals zu wechseln, raus aus den Klamotten, rein in die Klamotten. Linker Stutzen, rechter Stutzen, linker Schuh, rechter Schuh - und das in keiner anderen Reihenfolge, einem ungeschriebenen Gesetz folgend.


Diese Minuten gehören ihm allein, und er nutzt sie, um ein wenig 'in sich zu gehen' und die für das Spiel nötige Konzentration aufzubauen, vor dem geistigen Auge noch mal die wichtigsten Bewegungsabläufe durchzugehen: Die Schritte, die zu gehen sind, um einen hohen Ball 'runterzupflücken' oder ein bestimmter Hechtvorgang.

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