goalkeeping.com: Worauf legt Ihr in der näheren Zukunft am meisten Wert?
Auf jeden Fall müssen die Produkte hinsichtlich Qualität und know how stimmen und wir wollen hinsichtlich Technologien eine Vorreiterrolle einnehmen um evt. Trends zu setzten. Außerdem müssen wir schauen, dass wir noch in mehr Sportläden vertreten sind, damit der Kunde auch wirklich unsere Handschuhe kaufen kann, aber das ist eher die Aufgabe der Marketing und Vertriebsabteilungen.

goalkeeping.com: Wieviele Einzelteile benötigt Ihr um einen einfachen, wieviel um einen TOP-Handschuh zu fertigen?
Bei einem Tophandschuh wie den v-Konstrukt werden ca. 40 verschiedene Teile verarbeitet, bei ganz einfachen sind das dann nur noch ca. 10.

goalkeeping.com: Wie lange braucht ein typischer Handschuh von der Idee bis zum Prototypen und danach bis er tatsächlich produziert wird?
Das hängt davon ab, welche Art von Technologie verwendet wird. Zum Beispiel bei der Entwicklung der neuen Puma Finger Protektionsschiene brauchten wir insgesamt etwa 2 Jahre von der Idee, über Prototypen, Tests, bis hin zur Serienreife. Bei der Entwicklung von neuen Schnitten geht das etwas schneller, da kann man die ersten Prototypen schon bereits nach wenigen Wochen bekommen und dann benötigt man in der Regel 1 Jahr für die vollständige Entwicklung von der Idee bis hin zur Produktion.

goalkeeping.com: Du hast hier teilweise recht verrückt aussehende, neue Beläge: silber-glänzende, ganz Bunte und sogar einen mit echtem Blattgold "veredelten" Belag? Werden wir mit diesen Belägen demnächst auch neue Puma-Modelle sehen?
Ehrlich gesagt sind das nur Spielereien und wir haben nicht geplant sie zum Einsatz zu bringen, da sie keinen Vorteil gegenüber den zur Zeit verwendeten Belägen bringen würden.


goalkeeping.com: In Großbritannien ist der überwiegende Anteil der verkauften Torwarthandschuhe mit dem sog. "roll finger" (= Puma "gun cut") ausgestattet, während wir hier fast ausschliesslich den traditionellen flachen "Aussennaht-Schnitt" sehen. Woran liegt das?

Das ist wirklich eine gute Frage, denn der Sitz eines solchen Handschuhs ist wirklich gut und muß den Vergleich mit innengenähten Handschuhen nicht scheuen. Ich glaube einfach, dass dieser Schnitt zu selten in Deutschland angeboten wird und viele Keeper gar nicht wissen, dass es so etwas gibt.
Als wir die HSV Torhüter mit den PUMA Handschuhen ausgestattet haben, hab ich diese verschiedenen Schnitte dem Stefan Wächter gezeigt, und er hat sich damals sofort für den Gun Cut Handschuh entschieden und gleiches gilt für Sven Neuhaus von Fürth. Beide haben zuvor mit einem Innennaht Handschuh gespielt, da sie nichts von solch einem Schnitt wussten, geschweige denn die Möglichkeit hatten, solch ein Modell zu testen.

goalkeeping.com: Wieviele Neuentwicklungen hat Puma bei Keeper-Handschuhen in den letzten fünf Jahren ungefähr auf den Markt gebracht?
Wirkliche Neuheiten, die noch keine andere Marke hatte, waren es 3, die Grip Frame Technology, dann die Puma Finger Protektionsschiene und zuletzt die Split Palm Technology. Natürlich haben wir auch Handschuhe mit den verschiedensten „Wrap“ Technologien, aber die hat ja mittlerweile jede Handschuhmarke.

 

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Interview vom April 2006