Fußball in Rumänien

Verband:

Federaţia Română de Fotbal                                      

Spitznamen:

Tricolorii (Die Dreifarbigen, nach der Flagge des Landes)

Konföderation:

UEFA

Sponsor:

Adidas

Trainer:

Victor Piţurcă, seit 2004

Kapitän:

Rekordtorschütze:

Gheorghe Hagi (35)

Rekordspieler:

Dorinel Munteanu (134)

Erstes Länderspiel:

Jugoslawien 1:2 Rumänien
(Belgrad, Jugoslawien (heute: Serbien); 8. Juni 1922)

Höchster Sieg:

Rumänien 9:0 Finnland
(Bukarest, Rumänien; 14. Oktober 1973)

Höchste Niederlage:

Ungarn 9:0 Rumänien
(Budapest, Ungarn; 6. Juni 1948)

Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen: 7 (Erste: 1930)
Beste Ergebnisse: Viertelfinale 1994

Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen: 3 (Erste: 1984)
Beste Ergebnisse: Viertelfinale 2000

Stand Oktober 2007

Geschichte des rumänischen Fußballs

Der Fußball kam Ende des 19. Jahrhunderts durch ausländische Arbeitnehmer nach Rumänien, die während der Industrialisierung in den Fabriken in den rumänischen Größstädten wie Bukarest, Ploieşti oder Craiova ihr Geld verdienten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen sie, sich in Vereinen zu organisieren. So wurde im Jahr 1904 Olimpia Bukarest von deutschen und rumänischen Arbeitern, United Ploieşti im Jahr 1909 von holländischen und amerikanischen Arbeitern und der Bukarester FC von deutschen Arbeitern gegründet. Später stießen neben Arbeitern auch Studenten zu den Vereinen, so dass im Jahr 1909 die Idee entstand, einen eigenen Verband, The Association of Football Clubs zu gründen.
Die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sowie die Zeit bis 1920 wird als romantische Ära bezeichnet. In dieser Zeit wurde der Spielbetrieb noch nicht im Ligenbetrieb ausgetragen, sondern es fanden regelmäige Pokalturniere – zumeist eines im Frühjahr und eines im Herbst – statt. Von diesen Pokalturnieren wurde wiederum eines zur Ermittlung des rumänischen Fußballmeisters erkoren.
Kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs kamen zwei weitere Pokalturniere hinzu.
An den Turnieren nahmen nur wenige Mannschaften teil. Dies lag daran, dass Reisen in der damaligen Zeit mit großem Aufwand verbunden war, da als Verkehrsmittel lediglich die Eisenbahn zur Verfügung stand. Während Bukarest und Ploieşti nur 60 Kilometer auseinander liegen, waren nach Craiova bereits 250 Kilometer zurückzulegen.
An der rumänischen Fußballmeisterschaft durften nur Amateure teilnehmen. Dadurch wanderten die besten Spieler ins Ausland ab oder konnten mit ihren professionellen Vereinen wie Ripensia Timişoara nicht am Spielbetrieb teilnehmen. Dies und die Tatsache, dass immer mehr Vereine gegründet wurden und am Spielbetrieb teilnahmen, führten dazu, dass das System bereits 1932 wieder aufgegeben wurde und ein Ligasystem eingeführt wurde. Hieran durften alle Mannschaften teilnehmen – unabhängig davon, ob sie aus Amateuren oder Profis bestanden.Im Jahr 1936 bestand erstmals das noch heute vorhandene System von drei nationalen Ligen, wobei die Divizia C bis 1963 nur unregelmäßig durchgeführt wurde.
Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde der Spielbetrieb ab 1940 zunehmend eingeschränkt..Im Jahr 1944 wurde der Spielbetrieb schließlich ganz eingestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Spielbetrieb im Jahr 1946 in der gleichen Besetzung fortgeführt, wie sie sich aus den Entscheidungen der Saison 1940/41 ergeben hatte.
In der Nachkriegszeit geriet Rumänien in den Einfluss der Sowjetunion und erhielt damit eine kommunistische Regierung. Daraufhin wurden alle Unternehmen verstaatlicht – inklusive der professionell geführten Fußballvereine, die sich allesamt einem Ministerium, einer öffentlichen Einrichtung oder einer Gewerkschaft anschließen mussten. Vereine, die sich weigerten, wurden zwangsaufgelöst. Durch dieses Vorgehen änderte sich die Vereinslandschaft in Rumänien schlagartig und aus den ehemaligen Profis wurden Staatsamateure. Neue Vereine wurden gegründet, damit jede Einrichtung ihren eigenen Verein hatte.
Auf diese Weise entstanden in den 1940er- und 1950er-Jahren viele Vereine oder wurden von Einrichtung zu Einrichtung weitergegeben, was eine Vielzahl von Namensänderungen bedingte. Klubs der rumänischen Armee wie Steaua Bukarest oder AS Armata Târgu-Mureş, Klubs des Innenministeriums wie Dinamo Bukarest oder Dinamo Piteşti (heute FC Argeş Piteşti), Klubs der staatlichen Eisenbahngesellschaft wie Locomotiva Bukarest (heute Rapid Bukarest) oder Locomotiva Timişoara, Klubs der wissenschaftlichen Einrichtungen wie Universitatea Craiova oder Politehnica Timişoara usw.
Aufgrund der zentralen Steuerung mussten kleine Vereine immer wieder Spieler an die Spitzenklubs abgeben, damit diese Erfolge auch im Europapokal erringen konnten. Die kommunistische Ära wurde von Dinamo Bukarest und Steaua Bukarest dominiert, die der Divizia A in dieser Zeit als einzige Vereine ununterbrochen angehörten.
Nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft im Winter 1989/90 wurde Rumänien zu einer demokratischen Marktwirtschaft. Von dieser Entwicklung blieb auch die Divizia A nicht verschont. Im Jahr 1990 wechselten zahlreiche Nationalspieler und weitere Spitzenspieler ins Ausland und schlossen sich nicht nur den führenden europäischen Vereinen, sondern Zweitligisten im Ausland an, da es dort deutlich mehr zu verdienen gab als in Rumänien. Dies führte zu einem großen Verlust an Stärke der rumänischen Liga, die ihren Wert im europäischen Vergleich nicht halten konnte. Erst Mitte der 2000er-Jahre gelang die Trendwende und die Liga 1 gehört mittlerweise wieder zu den zehn besten Liga Europas.