Fußball in Portugal

Verband:

Federação Portuguesa de Futebol                          

Spitznamen:

Selecção das Quinas, Tugas

Konföderation:

UEFA

Sponsor:

Nike

Trainer:

Luiz Felipe Scolari (seit 2003)

Kapitän:

Cristiano Ronaldo

Rekordtorschütze:

Pauleta (47)

Rekordspieler:

Luís Figo (127)

Erstes Länderspiel:

Spanien 3:1 Portugal
(Madrid, Spanien; 18. November 1921)

Höchster Sieg:

Portugal 8:0 Liechtenstein
(Lissabon, Portugal; 18. November 1994)
Portugal 8:0 Liechtenstein
(Coimbra, Portugal; 9. Juni 1999)
Portugal 8:0 Kuwait
(Leiria, Portugal; 19. November 2003)

Höchste Niederlage:

Portugal 0:10 England
(Lissabon, Portugal; 25. Mai 1947)

Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen: 4 (Erste: 1966)
Bestes Ergebnis: Dritter Platz 1966


Europameisterschaft

Endrundenteilnahmen: 4 (Erste: 1984)
Bestes Ergebnis: Zweiter Platz 2004

Stand Februar 2008

Geschichte des portugisischen Fußballs

Die Federação Portuguesa de Futebol (FPF) ist der Dachverband der portugiesischen Fußballvereine. Er wurde 1914 gegründet. 1923 trat die FPF der FIFA und 1954 der UEFA bei. 2004 richtete die FPF die Fußball-Europameisterschaft aus. Fußball ist in Portugal wahrscheinlich die beliebteste Sportart. Während die portugiesische A-Nationalmannschaft bisher nur wenige Erfolge erzielen konnte, waren die Vereinsmannschaften, namentlich der FC Porto, Sporting und Benfica Lissabon, sowie die Junioren, wesentlich erfolgreicher. Die erfolgreichsten Jahre des portugiesischen Fußballs waren bis heute die 1960er und die 1990er.
Das Fußballzentrum war und ist bis heute Lissabon und hier soll die Fußballgeschichte Portugals ihren Lauf genommen haben. Die Brüder Eduardo und Frederico Basto sollen bei ihrem Aufenthalt in England im Jahre 1866 auf das Fußballspiel aufmerksam geworden sein und haben einen Lederball mit in ihr Heimatland gebracht. In Folge dessen nahm die Aufmerksamkeit langsam zu und erste Vereine gründeten sich. Als erste Fußballmannschaft in Portugal gilt der Lisbon Football Club, der 1875 gegründet wurde. Auch in Portugal waren englische Arbeiter maßgeblich an der Entwicklung des portugiesischen Fußballs beteiligt. Ab 1920 entwickelte sich der Fußball auch außerhalb der Stadtgrenzen von Lissabon und auch in der Hafenstadt Porto und Coimbra wurde Fußball gespielt. Politische Unruhen überschatteten jedoch das Land und den Fußball. Folgerichtig spielte Portugal in Sachen Fußball keine große Rolle im Vergleich zum restlichen Europa.
Während man dem Nachbarn Spanien im Fußball frühzeitig Beachtung schenkte, verschlief Portugal den Beginn und Anschluss an Europa und dümpelte im wahrsten Sinne des Wortes am Rande Europas. Ziemlich spät entwickelten sich erste Fußballstrukturen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. So ist es auch zu erklären, das erst im März 1914 ein Nationalverband gegründet wurde. Diese Verspätung zog sich auch in Sachen Nationalliga und Nationalmannschaft wie ein roter Faden durch. Das späte Debüt der Nationalmannschaft 1921 und die Einführung der Nationalliga 1935 brachten dem portugiesischen Fußball einen schweren Stand in Europa. Diese Zeit war nicht gerade von Glanz geprägt.
Vier lange Jahre zankten sich Vereine und Verbände wegen des Spielsystems und dem Status der Profis in der Nationalliga, bis es zur Katastrophe kam. Bei einem WM-Qualifikationsspiel verlor die Nationalelf gegen Spanien mit 0:9. Dies war der endgültige Höhepunkt der Misserfolge und ein Wendepunkt für den Fußball in Portugal.
Verbandsfunktionäre beschlossen, Veränderungen durchzuführen und damit einen erfolgreicheren Fußball entstehen zu lassen. Als erster Schritt wurde die Reformierung der Nationalliga angesehen. Die neu gegründete 1ª Divisão beendete die konfuse Zeit im portugiesischen Fußball. Die Nationalliga wurde in wirtschaftlicher und sportlicher Beziehung von den großen Vereinen Porto, Benfica und Sporting klar dominiert.
Der Anlass für die Aufholjagd des portugiesischen Fußballs war der zweite Weltkrieg. Da Portugal sich am Rande des Krieges befand und sich nicht aktiv beteiligte, schloss der portugiesische Fußball schnell auf, während der Rest Europas in Trümmern lag. Auf Vereinsebene gehörten Benfica und Sporting Ende der 50er Jahre zu den Top-Teams in Europa. Mit den Vereinserfolgen kam auch der lang ersehnte Erfolg in der Nationalmannschaft, welche 1947 ihren ersten Achtungssieg gegen Nachbar Spanien errang. Die 60er Jahre waren die Blütezeit des portugiesischen Vereinsfußballs und der Nationalmannschaft. Benfica Lissabon wurde mit dem bis heute berühmtesten Fußballer Portugals, Eusébio,  zweimaliger Sieger im Europapokal der Landesmeister und damit Europas Nr. 1. In den folgenden Jahren wurde der Fußball von Korruption und Misswirtschaft überschattet, was sich jedoch nicht allzu stark auf die Qualität der Nationalspieler auswirkte, die teilweise im Ausland oder in der heimischen Nationalliga ihr Geld verdienten.

Kurioses und Wissenswertes

  • Neben dem "normalen" Fußball hat Hallenfußball (Futsal) in Portugal eine große Verbreitung, so werden reguläre Turniere und Meisterschaften ausgetragen, 2007 wird die Europameisterschaft in Porto und Matosinhos ausgetragen.
  • Die erste Liga, bis zur Saison 2004/05 als SuperLiga, seitdem als Liga Bwin bezeichnet und vermarktet, wird von der Liga Portuguesa de Futebol Profissional, organisiert aus den Profi-Clubs und dem Portugiesischem Fußballverband, verwaltet. Früher war die Liga als Primeira Divisão, Primeira Liga und SuperLiga Galp Energia (ehemaliger Sponsor) bekannt. Sie besteht aus 16 Vereinen, die in einer Hin- und Rückrunde den Meister ausspielen, die zwei Letztplatzierten steigen in die 2. Liga, die Liga de Honra (Ehrenliga), ab.
  • Bis zur Saison 2005/06 bestand die Profiliga aus 18 Vereinen, weshalb in dieser Saison die vier Letztplatzierten, Belenenses Lissabon, Rio Ave FC, Vitória Guimarães und FC Penafiel, abstiegen und nur zwei Vereine, SC Beira Mar und CD Aves, aufstiegen. Durch die Verkleinerung der Liga kommt es in einer Saison zu weniger Spieltagen, was vor allem den in europäischen Wettbewerben stehenden Mannschaften zugute kommt. Der portugiesische Verband erhofft sich dadurch insgesamt eine sportliche Verbesserung der Liga.
  • Seit Bestehen des Wettbewerbes 1935 wurden nur fünf verschiedene Vereine Meister, was die Zwei-Klassen-Gesellschaft innerhalb der Liga verdeutlicht.
  • Schon fast traditionell betreibt Portugal eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit, die sich zum Einen in gewonnenen Titeln bei großen Turnieren, zum Anderen durch das Hervorbringen von, auch international, gefragten Einzelspielern äußert.(U20 Weltmeister (2) - 1989, 1991, U18 Europameister (2) - 1994, 1999, U17 Europameister (1) – 2003, U16 Europameister (4) - 1989, 1995, 1996, 2000)