Fußball in den Niederlanden

Fotos: eibner-pressefoto

Verband:

Koninklijke Nederlandse Voetbalbond

Spitznamen:

Oranje

Konföderation:

UEFA

Sponsor:

Nike

Trainer:

Marco van Basten (seit 2004)

Kapitän:

Edwin van der Sar

Rekordtorschütze:

Patrick Kluivert (40)

Rekordspieler:

Edwin van der Sar (123)

Erstes Länderspiel:

Belgien 1:4 Niederlande
(Antwerpen, Belgien; 30. April 1905)

Höchster Sieg:

Niederlande 9:0 Norwegen
(Rotterdam, Niederlande; 1. November 1972)

Höchste Niederlage:

Niederlande 2:12 England
(Den Haag, Niederlande; 1. April 1907)

Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen: 8 (Erste: 1934)
Beste Ergebnisse: Zweiter Platz 1974, 1978


Europameisterschaft

Endrundenteilnahmen: 7 (Erste: 1976)
Beste Ergebnisse: Europameister 1988

Olympische Sommerspiele
Beste Ergebnisse: Bronze (1908, 1912, 1920)

Stand Februar 2008

Geschichte des niederländischen Fußballs

Der bei der FIFA und UEFA angeschlossene Fußball-Verband heißt KNVB, Koninklijke Nederlandse Voetbal Bond (deutsch: Königlicher Niederländischer Fußball Bund). Er hat seinen Sitz in Zeist. Als der Sportpionier Pim Mulier aus Haarlem, der auch Leichtathlet war und Langstrecken-Eisläufer, im Jahre 1889 den ersten Verband errichtete, war der noch ein kombinierter Fußball- und Leichtathletik-Verband. Sechs Jahre später löste sich der Fußball-Verband NVB daraus. Im Jahre 1929 wurde ihm das Prädikat Königlich verliehen. Ähnlich wie in Deutschland zur gleichen Zeit begann auch der niederländische Fußball als Sportart der Gymnasiasten und Studenten. Die ersten Fußballklubs gingen aus Schulmannschaften hervor, wie z.B. HBS Den Haag, der Klub der Hogere Burger School oder VV Quick aus Haarlem. Andere Vereine entstammen ebenfalls dem studentischen Milieu, was - ebenfalls wie in Deutschland - an den lateinischen, griechischen oder englischen Vereinsnamen erkennbar ist (Ajax Amsterdam, Sparta Rotterdam, Concordia Rotterdam, Go Ahead Deventer). Erst später wurde Fußball ein Sport, den auch Arbeiter betrieben, z.B. Werftarbeiter (Feyenoord Rotterdam) oder Bergleute (Limburgia Brunssum, Roda Kerkrade).
In den 1950er Jahren ging das Spielniveau im Vergleich zu England, Italien und anderen Ländern immer mehr zurück, in denen  schon Profi-Fußballer aktiv waren. Niederländische Stars wie die Stürmer Faas Wilkes spielten im Ausland. Nach vielen -auch ethischen- Diskussionen wurde der bezahlte Fußball 1954 eingeführt. Für ein relativ kleines Land wie die Niederlande bedeutete der Schritt zum Profifußball hohe finanzielle Anstrengungen der einzelnen Klubs. Einige Vereine spalteten sich oder gründeten sich neu, um am Profifußball teilzunehmen. Daher haben viele Vereine der beiden Profiligen als Gründungsjahr das Jahr 1954, während die Vorläuferklubs weiterhin im Amateurbereich existieren. Ab 1970 erreichte der niederländische Fußball das im Allgemeinen ziemlich hohe Niveau, das er bis heute (mit einigen Höhen- und Tiefpunkten dazwischen) immer noch hat. Hallenfußball oder „futsal“ wurde 1969, Frauenfußball 1971 eingeführt. 1989 wurde das Team der Männer Weltmeister

Kurioses und Wissenswertes

  • In den Niederlanden sind (2005/2006) 38 Profi-Vereine aktiv. Davon spielen 20 in der zweiten Klasse, die "Eerste Divisie" (1. Division) heißt, und die besten 18 in der höchsten Klasse, der Ehrendivision.
  • Aus der 1. Division kann ein Verein nur absteigen, indem er sich, z.B. aus finanziellen Gründen, selbst in die Amateurligen zurückzieht, oder wenn der Fußballverband KNVB den Verein dazu zwingt.
  • Reiche Amateurvereine aus den höchsten zwei Ligen können bei dem KNVB einen Antrag auf den Aufstieg in die 1. Division stellen
  • In Holland werden junge Talente aus Afrika, Asien und Südamerika herangeholt, weil diese sich mit einem niedrigeren Gehalt zufrieden geben.
  • Auffällig ist, dass viele junge Talente in den Niederlanden aus den niedrigeren Sozialschichten und aus „allochthonen“ Bevölkerungsgruppen stammen. Das trägt nicht wenig dazu bei, dass, vor allem, wenn diese Spieler die niederländische Staatsbürgerschaft bekommen und dann in der Nationalelf spielen, diese Bevölkerungsgruppen von den „Autochthonen“, den „Weißen“, besser akzeptiert werden. Ein gutes Beispiel dafür sind Ruud Gullit und Frank Rijkaard, die ursprünglich aus Suriname kommen.
  • Ein Problem in Holland ist, dass Spiele bei den Amateuren vielfach abgesagt (niederländisch: afgelast) werden müssen, wegen des oft schlechten Wetters.