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Interview mit Miguel Angel Moya (Real Mallorca)
von Artur Stopper (10/2008); Fotos: goalkeeping.com; Übersetzung: Roberto Martinez
Das wohl größte Torwarttalent in Spanien ist Miguel Angel Moya. Er war in sämtlichen Jugendnationalmannschaften, von der U-17 bis zur U-21, Spaniens Nr. 1. Der gebürtige Mallorquiner ist inzwischen 24 Jahre alt und bereits seit zwei Jahren Stammtorhüter bei Real Mallorca. Seine hervorragenden Leistungen sind auch einigen spanischen Großvereinen nicht verborgen geblieben, die sich in der Sommerpause intensiv um seine Dienste bemüht hatten. Trotzdem unterschrieb er ein weiteres Jahr bei seinem Stammverein Real Mallorca.
Goalkeeping.com sprach mit ihm über seine Stärken, das Leben auf Mallorca und seine Zukunftspläne.
Du bist erst 24 Jahre alt. Trotzdem bist du schon seit 2 Jahren die Nr. 1 im
Tor von RCD Mallorca. Das ist ein gutes Ergebnis für einen so jungen Torhüter. Hast du eine so schnelle Entwicklung erwartet?
Moya: Natürlich bin ich stolz darauf, dieses Ziel bereits so früh erreicht zu haben. Als Profispieler möchte man immer besser werden. Daran muss man hart arbeiten, um dann vorbereitet zu sein, wenn sich einem schließlich die Gelegenheit bietet.
Einige spanische Großvereine wie z.B. Atletico Madrid waren an deiner Verpflichtung interessiert. Warum bist du trotzdem bei RCD Mallorca geblieben?
Moya: Es ist wahr, dass es Verhandlungen zwischen den Vereinen gegeben hat, aber es hat sich nichts daraus ergeben. Valencia war am ehesten dran, mich zu engagieren, aber am Ende ist es zu keiner Einigung zwischen den Vereinen gekommen. Das Einzige, was ich tun kann, ist, stets auf höchstem Niveau zu bleiben, um den Sprung machen zu können, wenn sich mir der richtige Moment bietet.
Du hast einen außerordentlich guten und zielgenauen Handabschlag. Ist die Beherrschung der Offensivtechniken eine Grundvoraussetzung für einen modernen Torhüter?
Moya: Im modernen Fußball ist die ganze Mannschaft Angreifer und Verteidiger. Der Torwart sollte der erste Angreifer sein, und dafür ist der Abschlag grundlegend wichtig. Beim RCD Mallorca wird an diesem Punkt sehr gründlich gearbeitet, und das kommt der Mannschaft letztlich auch zugute.
Welche anderen Techniken sind für dich wichtige Voraussetzungen im modernen Torwartspiel?
Moya: Eine gute Beinarbeit ist generell sehr wichtig. Natürlich machen auch die Reflexe und die Beweglichkeit die Leistung eines Torwarts aus, aber vor allem an der Beinarbeit muss ständig gearbeitet werden. Natürlich sollte ein Torwart auf allen Gebieten perfekt sein, und dafür kann man nicht genug trainieren. Wenn neben dem Trainingsfleiß noch das angeborene Talent dazu kommt, erwächst daraus ein Torhüter auf sehr hohem Niveau.
Du bist sicherlich das größte Torhütertalent Spaniens. Was ist deiner Meinung nach noch der Unterschied zwischen dir und den Nationaltorhütern
Casillas und Reina?
Moya: Jeder Torwart ist verschieden. Casillas ist der weltbeste Torwart, und er teilt sich mit Reina das Tor der spanischen Nationalmannschaft. Iker spielt überragend, und wir werden ihn nicht so bald verdrängen können. Auch Reina ist ein Spieler von hervorragender Qualität. Man muss nur die Erfolge anschauen, die er mit Liverpool erreicht hat. Wir sind nicht vergleichbar.
Mallorca ist, speziell für Deutsche, eine bekannte Ferieninsel. Wie wichtig ist es für den Tourismus in Mallorca, ein Fußballteam in der Primera Division zu haben?
Moya: Der Fußball ist ein internationaler Sport. Es reisen viele deutsche Touristen durch Mallorca, und viele von ihnen kommen auch zum Stadion. Ich glaube für die Insel ist es wichtig, dass es einen Verein wie Mallorca gibt, der zu der höchsten Kategorie des spanischen Fußballs gehört, zumal das Bild, das von der Insel in den Medien vermittelt wird, verbesserungswürdig ist.
Ist das Leben von Fußballprofis auf der Insel Mallorca noch angenehmer als in anderen Teilen Spaniens?
Moya: Auf Mallorca lebt es sich sehr gut. Das Klima, die Landschaft und die Ruhe, die die Leute ausstrahlen, bewirken, dass man sich sehr wohl fühlt. Wenn ich eines Tages von hier weggehen muss, wird mir das tatsächlich sehr schwer fallen.
Du hast sicherlich im Fernsehen auch die Spiele der Europameisterschaft im Juli verfolgt und dabei speziell das Torhüterspiel unter die Lupe genommen. Welcher Torhüter hat dich besonders beeindruckt?
Moya: Ich glaube, dass Casillas sensationell gespielt hat. Er hat bewiesen, dass er nicht nur der Beste bei Real Madrid ist, sondern auch in der Nationalmannschaft. Als Mannschaftskapitän hat er die Mannschaft sehr gut geführt. Er ist uns allen ein Vorbild.
Welche Stärke würdest du gerne von welchem Torhüter übernehmen?
Moya: Ich denke, ich sollte mich an niemand Bestimmtem orientieren, sondern vielmehr meine eigenen Fähigkeiten ausbauen. Im Training sollte man die Schwachstellen beseitigen und versuchen, ein ausgeglichener Torwart zu sein.
Welchen Torhüter hattest du in deiner Jugend zum Vorbild?
Moya: Ich habe mich an Toni Prats orientiert, dem mallorquinischen Torwart, der bei Mallorca und bei Betis gespielt hat. Ich habe ihn vor ein paar Jahren kennen gelernt, als er nach Mallorca zurückgekehrt ist. Es war wirklich eine Ehre, an seiner Seite trainieren und von ihm lernen zu dürfen.
Die letzte Saison habt ihr als Tabellensiebter abgeschlossen. Allerdings habt ihr mit dem spanischen Nationalspieler und Torschützenkönig der spanischen Liga, Daniel Guiza (jetzt Fenerbahce Istanbul), euren Top-Torjäger verloren. Welche Ziele habt ihr für die kommende Saison?
Moya: Zunächst sollten wir versuchen, den erreichten Leistungsstand zu halten. Dann werden wir von Spiel für Spiel schreiten, um höhere Ziele zu erreichen, und wenn wir es am letzten Spieltag schaffen könnten, einen europäischen Wettbewerb zu erreichen, so wäre das mehr, als wir uns je erträumt hätten.
Letzte Frage: Wann wird Moya zum ersten Mal für die spanische Nationalmannschaft spielen?
Moya: Hoffentlich kommt dieser Moment eines Tages, denn darauf arbeite ich hin. Ich hatte bereits das Glück, das Nationaltrikot in den verschiedenen spanischen Nachwuchsmannschaften zu tragen und Titel für mein Land zu gewinnen. Ich hoffe, dies eines Tages auch für die Nationalmannschaft machen zu dürfen. Das wäre ein Traum.
Goalkeeping.com bedankt sich für deine Bereitschaft zum Interview und wünscht dir bei der Umsetzung deiner Ziele viel Erfolg!
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