Linksfuß

Betrachten wir zunächst den Linksfuß. Rein anatomisch fällt es einem Linksfuß leichter, den  Schwung der Ausholbewegung beim Strafstoß in dieselbe Richtung fortzusetzen, während er beim Schuss in die gegenüber liegende Ecke, wie bereits oben dargestellt, den Körper leicht verdrehen muss. Diese Tatsache kommt in der Graphik zum Ausdruck, bei der insgesamt 82 Strafstöße erfasst wurden:

(rot = Tor, blau = gehalten)


Bei der Betrachtung der Graphik fällt auf, dass vor allem die weit entfernten Ecken links und rechts unten Hauptzielzonen der Schützen sind, was jeder Torhüter durch eigene Erfahrungen sicherlich auch schon festgestellt hat. 43,9 % und damit fast die Hälfte aller Strafstöße landen in einer dieser beiden  Zielzonen.
Interessant ist auch, dass diese beiden Zielzonen insgesamt fast genauso oft angesteuert wurden (die rechte Seite vom Torhüter aus gesehen 16-mal, die linke Torwartseite 20-mal). Vergleicht man aber die Trefferquote, so ist diese auf der linken Torhüterseite deutlich höher. Bei 20 Versuchungen wurde 17-mal getroffen, und nur 3-mal wurde der Strafstoß verschossen.  Ganz anders sieht das Verhältnis im rechten Torhütereck aus. Von 16 Versuchen erreichen nur 7 ihr Ziel, 9-mal wurden Strafstöße in diese Ecke vom Torhüter gehalten. Es muss also dem Linksfuß offensichtlich schwerer fallen, durch den „verdrehten“ Bewegungsablauf den Ball im Tor unterzubringen.
Die besten Chancen, einen Strafstoß zu halten, hat ein Torhüter, wenn der Ball in den Torhüter nahen Zielzonen platziert wird. Wie die Untersuchung zeigt, hielt der Torhüter in diesen Zonen den Ball ungefähr genauso häufig, wie er von Schützen verwandelt wurde. Gelingt es also einem Schützen nicht, in die Außenzonen des Tores zu zielen, hat der Torhüter gute Chancen, den Ball zu erreichen.
Völlig chancenlos waren die Torhüter  hingegen, wenn der Schütze den Ball im oberen Torbereich unterbringen konnte. Diese Zielzone wurde aber von Schützen in nur 9,8 % alle Strafstöße anvisiert, weil dafür ein überaus platzierter Schuss notwendig ist, um erfolgreich zu sein. Auch kann man feststellen, dass 74,5 % aller erfolgreichen Strafstöße in den äußeren Torzonen erzielt wurden, davon beim Linksfuß ca. doppelt so viele (genau 54,7 % aller Erfolge) in der linken Torhüterecke gegenüber 24,5 %  in der rechten.