- HOME>
- TORWART MAGAZIN>
- INTERVIEWS> JENS LEHMANN
Interview mit Jens Lehmann im Okt. 2003
(Arsenal London)
Jens Lehmann ist einer der weltbesten Torhüter der vergangenen Jahre. Anfang 2006 hat er wieder eine derart überragende Form erreicht, dass selbst die (speziell gegenüber Deutschen) recht kritisch eingestellte britische „yellow press“ Jens Lehmann über den grünen Klee lobt.
Der Kampf um den Startplatz bei der WM2006 als Stammkeeper scheint offener denn je zu sein.
Im Oktober 2003 haben die persönlichen Kontakte von Gerd Janiszewski über NIKE zu einem Interview mit Jens Lehmann geführt.
Die interessantesten Fragen und Antworten haben wir für Euch hier nochmals aufbereitet:
Welche Gewichtung messen Sie den Handschuhen bei der Ausübung Ihres Beruf bei? Welche Eigenschaften der NIKE-Handschuhe sind für Sie entscheidend?
Jens Lehmann: Für mich sind die Handschuhe sehr wichtig, da sie einen großen Teil meiner Qualität als Torwart ausmachen. Bei trockenem Wetter ist es für mich egal welchen Belag ich spiele, da alle sehr griffig sind. Bei Regen dagegen habe ich zusammen mit NIKE einen speziellen Belag entwickelt, der sehr gut greift und normalerweise dazu beiträgt, wenig Bälle wieder los zu lassen. Weiterhin begeistert mich die Grip 3 Technologie, die nur NIKE hat.
Mit welchen Handschuhe von NIKE werden Sie in der neuen Saison spielen? Sind diese Handschuhe eine Sonderanfertigung?
Jens Lehmann: Ich spiele den NIKE Vapor Grip 3. Wie bereits oben erwähnt, habe ich aber eine Sonderanfertigung.
Verwenden Sie im Falle einer Verletzung der Finger oder der Hand spezielle Fingerprotektionshandschuhe, wie z.B. den Wired T90. Welche Eigenschaften des Handschuhs überzeugen Sie dabei am meisten?
Jens Lehmann: Damit habe ich noch keine Erfahrungen gesammelt.
Welche Eigenschaften sind Ihre absolute Stärken beim Torhüterspiel?
Jens Lehmann: Ich kann ein Spiel und Spielzüge sehr gut „lesen“. Dadurch beherrsche ich den Raum sehr gut. Ich habe keine Angst.
Welche Schwerpunkte setzten Sie im Torhütertraining? Wie stimmen Sie sich mit dem Trainer in Bezug auf Schwerpunkte und Inhalte des Torhütertrainings ab? Werden im Torhütertraining auch hin und wieder neue Methoden, Geräte oder Übungen ausprobiert?
Jens Lehmann: In England muß ich mich auf einen neuen Keeper-Trainer einstellen. Dieser zeigt mir für mich neue Übungen. Umgekehrt machen wir aber auch Übungen, die ich für mein Spiel als Torhüter brauche. Schwerpunkt ist dabei immer die Praxisnähe zum Wettkampf.
Gibt es ein Gefühl des Kribbelns vor einem Bundesliga-Spiel? Gibt es dabei Unterschiede von Spiel zu Spiel?
Jens Lehmann: Ja, das gibt es. Vor CL-Spielen ist das Kribbeln größer.
Welches Ziel haben Sie sich für die WM2006 in Deutschland gesetzt?
Jens Lehmann: Ich möchte spielen.
Welche beruflichen Perspektiven sehen Sie für sich nach Ihrem Karriereende? Oliver Kahn ist als Nachfolger von Uli Hoeness im Gespräch. Gibt es für Sie ähnliche Ansätze? Setzen Sie Ihr Studium fort?
Jens Lehmann: Ich versuche, in England die Sprache perfekt zu lernen. Danach werde ich nach meinem Karriereende nach einer Pause sicherlich ins Fußballgeschäft gehen. Ich hoffe, dass ich mein Studium dann beendet habe. Vielleicht werde ich auch Trainer...
Wenn Sie nicht Profi geworden wären, dann wären Sie heute.....?
Jens Lehmann: Vielleicht Anwalt?
Welche Torhüter haben Sie als Jugendspieler, aber auch noch während Ihrer Karriere sehr beeindruckt?
Jens Lehmann: Sepp Maier, Toni Schumacher, der Russe Dassajew.
Was war das Highlight in Ihrer bisherigen Karriere ? Welches war bisher Ihre lehrreichste Erfahrung?
Jens Lehmann: UEFA-Cup Sieg mit Schalke 04 1997.
Die lehrreichste Erfahrung war die Zeit, als ich mit Schalke 04 in der 2. Liga gegen den Abstieg gespielt habe und bei Bor.Dortmund von Fans beleidigt und geschlagen wurde.
Welche Torhüter in Deutschland können mittelfristig das Weltklasse-Duo Lehmann-Kahn ablösen?
Jens Lehmann: Das ist schwer zu sagen. Bis dahin kann noch so viel passieren. Aber es gibt auf jeden Fall einige Talente.
Wie erklären Sie sich die lange Geschichte und Tradition an Weltklassetorhütern in Deutschland?
Jens Lehmann: Andere Länder empfinden ihre Torhüter als genau so toll wie wir deutschen das tun.
Welche drei Ratschläge geben Sie jungen talentierten Nachwuchstorhütern mit auf den Weg?
Jens Lehmann: Wenn sie noch zur Schule gehen, sollten Sie zusehen, dass sie dort gut sind und die Fähigkeit entwickeln, sich gut zu konzentrieren.
Was bedeutet es für Sie, - auf dem Höhepunkt Ihrer Karriere - den Wechsel nach England vollzogen zu haben?
Jens Lehmann: Viel! Ich glaube, dass ich das Glück habe noch einmal bei einem Top-5-Verein der Welt spielen zu können.
Welche speziellen Anforderungen stellt die Premiere League an die Torhüter. Wo liegen die Unterschiede zur Bundesliga?
Jens Lehmann: Das Spiel ist wesentlich schneller. Da dort mehr Geld vorhanden ist, spielen dort die besten Spieler der Welt. Als Keeper wird man dort härter angegangen, man muß ein etwas anderes Timing bei Flanken entwickeln.
Welche Ziele setzten Sie sich mit Arsenal London für diese Saison?
Jens Lehmann: Wir wollen Meister werden.
In welcher Form hilft Ihnen der Wechsel zu Arsenal, die Nummer 1 im deutschen Tor zu werden?
Jens Lehmann: Das kann ich noch nicht sagen, ich denke aber, dass ich mich sportlich noch einmal weiter entwickeln kann.
Beschreiben Sie die britische Begeisterung der Fans? Was bekommen Sie dabei als Torhüter während eines Spiels mit?
Jens Lehmann: Sie bringen einem unheimlich viel Sympathie entgegen, auch die gegnerischen Fans applaudieren einem.
HOME


