Souveräner Sieg gegen harmlose Gegner

Mit einem nie gefährdeten 3:0 Sieg gegen Ecuador wird Deutschland verdient Erster in der Gruppe A. Von Beginn der Partie an hatte die deutsche Elf das Spiel im Griff. Die Mannschaft aus Ecuador, die ja – wie wir auch – bereits vor der Partie für das Achtelfinale qualifiziert war, schien das Spiel gar nicht gewinnen zu wollen. Trainer Luis Fernando Suarez ließ mehrere Spieler aus der eigentlichen ersten Elf draußen und im Verlauf der 90 Minuten wurde das Team nie wirklich gefährlich.

Jürgen Klinsmann schickte dagegen die gleiche Mannschaft, die gegen Polen gewonnen hatte, aufs Feld. Nur Christoph Metzelder, der im Vorfeld leicht verletzt war und der mit einer gelben Karte vorbelastet war, wurde durch Robert Huth ersetzt. Der stand, wie die gesamte Abwehr, gegen den unglaublich schwachen Angriff aus Ecuador sicher, es wurde erneut kein Gegentor zugelassen. Aber ich muss noch mal warnen: Wir sind noch nicht wirklich gefordert worden! Wie sicher unsere Defensivabteilung steht, wird man erst gegen bessere Gegner sehen. Und dazu darf man unseren Achtelfinalgegner Schweden aufgrund einer starken zweiten Halbzeit gegen England zählen.

Der Sturm zeigte erneut eine hervorragende Leistung. Das deutsche Team hat sich viele Chancen erarbeitet, kam auch gegen Ende der zweiten Halbzeit, als alles entschieden und die Luft etwas raus war, immer wieder zu guten Möglichkeiten. Miroslav Klose unterstrich mit einem Doppelpack seine Stellung als Nummer 1 im deutschen Sturm. Seinem zweiten Tor ging eine schöne Einzelleistung voraus, bei der man spürte, wie sehr Klose dieser WM seinen Stempel aufdrücken möchte. Aber auch Lukas Podolski, über den im Vorfeld mal wieder – für meinen Geschmack unnötig – diskutiert wurde, traf zum ersten mal bei dieser WM. Ich wünsche dem Jungen, dass der Knoten bei ihm geplatzt ist und er wieder unbekümmert und locker aufspielt – denn dann hat er immer seine beste Leistung gezeigt.

Ecuador kam nur selten vor das Tor von Jens Lehmann, prüfte ihn nur durch wenige Distanzschüsse, die Jens ruhig über das Tor lenkte. Hier ist er auf Nummer sicher gegangen, was man ihm nicht vorwerfen kann. Viele Spieler und Torhüter haben bereits berichtet, dass der WM-Ball bei Weitschüssen "flattert" und schwer auszurechnen ist. Ein Beleg dafür können auch die vielen Distanzschuss-Tore bei dieser WM sein. Lehmann musste wie schon beim Spiel gegen Costa Rica kurzzeitig behandelt werden, konnte aber sofort weiterspielen. Schuld war ein Ellenbogen des Gegenspielers. So etwas kommt im Strafraum halt immer wieder mal vor. Jens konnte sich eigentlich nur ein mal kurz vor Spielende auszeichnen, bei einem verdeckten Schuss. Hier reagierte er super, war schnell am Boden und hielt den Ball.

Die deutsche Mannschaft, die insgesamt hinten gut stand und vorne immer wieder gefährliche Angriffe durchführte, kann aber noch mehr leisten. Auch wenn der Einsatz stimmte, war nach der frühen Führung hin und wieder zu merken, dass kein unnötiges Risiko eingegangen werden und keine Verletzung in Kauf genommen werden wollte. Die Einwechselspieler – Borowski, Neuville und Asamoah für Frings, Klose und Schneider – fügten sich auch in dieser Partie nahtlos in das Spiel ein.

Die Euphorie bei den Fans bleibt riesig, ein Ausscheiden unserer Mannschaft im Achtelfinale wäre eine Enttäuschung. Aber der Einsatz stimmt und vielleicht kann man auf dieser "Erfolgswelle weiter reiten". Zu Gönnen wäre es diesem jungen Team, das mich wirklich positiv überrascht. Weiter so! Ein Sieg gegen Schweden ist möglich.

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