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SEPP MAIERS WM-KOLUMNE
Auftakt nach Maß – Erster Sieg für das deutsche Team in einem torreichen Eröffnungsspiel
Gestern hatte das lange Warten endlich ein Ende: Um 18 Uhr wurde das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft 2006 zwischen Deutschland und Costa Rica in München angepfiffen. Und die allgemeine Fan-Euphorie um das deutsche Team hält durch den 4:2 Sieg der Klinsmann-Elf jetzt weiter an.
Auch wenn es keine fußballerische Offenbarung war: Der fest eingeplante Sieg gegen Costa Rica und damit die ersten drei Punkte sind gesichert. Mit diesem positivem Eindruck kann es jetzt weitergehen. Allerdings gegen Mannschaften, die uns deutlich mehr abverlangen werden als die „Ticos“.
Das Problem der deutschen Nationalmannschaft war einmal mehr die Abwehr, der auch im ersten WM-Spiel mehrere schwere Fehler unterliefen. Ich denke, gegen hochklassigere Gegner hätten wir dieses Spiel verloren. Denn ernsthafte Gefahr ging bei Costa Rica eigentlich nur von Paulo Wanchope aus, der der deutschen Abwehr allerdings des Öfteren Probleme bereitete. Und dem seine wenigen Chancen für zwei Tore reichten. Bei seinem zweiten Treffer allerdings erkannte das Schiedsrichter-Gespann die Abseitsstellung nicht.
Jens Lehmann im Übrigen war bei beiden Gegentoren machtlos. Weitere Gelegenheiten, sich auszuzeichnen, gab es für ihn nicht. Bei Freistößen oder Eckbällen ordnete er die Abwehr lautstark und sicher. Was auch wichtig ist, denn gerade den jungen Spielern hilft es, einen guten Torhüter hinter sich zu wissen und klare Anweisungen zu bekommen.
Das deutsche Team war während der ganzen Partie überlegen. Und Mut für die nächsten Spiele macht nach wie vor die Offensiv-Leistung. Der verletzte Michael Ballack wurde vom Bremer Tim Borowski ordentlich vertreten. Bester Mann auf dem Platz war Philipp Lahm, der – zusammen mit Schweinsteiger – über links immer wieder mächtig Druck machte und unsere Mannschaft bereits in der fünften Minute mit einem wunderschönen Tor in Führung brachte. Das erste Tor der WM – ein Traumtor! Und später trat Lahm, der rechtzeitig zum WM-Start wieder zu alter Form zu finden scheint, auch noch als Vorbereiter des 3:1 durch Miroslav Klose in Erscheinung, der sich selbst mit zwei Treffern ein tolles Geburtstagsgeschenk machte.
Dieses 3:1 in der 61. Minute war noch mal ein nötiger Wachmacher. Zuvor war die zweite Halbzeit zu lahm und ideenlos, das von Klinsmann geforderte „schnelle Spiel“ war nicht zu sehen. Den Schlusspunkt setzte dann in der 87. Minute noch mal Torsten Frings mit einem tollen Distanzschuss zum 4:2.
Trotz des ungefährdeten Sieges muss sich unsere Nationalmannschaft noch steigern. Sowohl in der Offensive, bei der es trotz der vier Treffer noch Steigerungspotential gibt. Zu viele Flanken fanden keinen Abnehmer, oft waren die Angriffsbemühungen nicht zwingend genug. Und die Stürmer müssen davon ausgehen, dass es in den nächsten Spielen Verteidiger gibt, die es ihnen schwerer machen. Und besonders die deutsche Abwehr muss sich auf stärkere Offensiv-Reihen einstellen.
Aber ich bin optimistisch, dass sich die Mannschaft im Laufe der Vorrunde weiter einspielen kann und den Weg ins Achtelfinale sicher schafft. Und ab da ist alles möglich. Der immer wieder erwähnte tolle Teamgeist ist durch das 4:2 sicher noch mal gestärkt worden. Der Druck, das Eröffnungsspiel zu gewinnen, ist weg und so kann man etwas befreiter in die nächste Partie gehen. Und auch wenn wir in den nächsten Spielen noch das eine oder andere Mal zittern sollten: Falls wir vorne immer mehr Tore machen, als wir hinten zulassen, dann sind wir am Ende schließlich trotzdem Weltmeister!
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Diese Kolumne präsentiert goalkeeping.com mit freundlicher Unterstützung des Handschuh-Spezialisten
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